Wein trinken wie die Profis!

Was ist der Unterschied zwischen Dekantieren und Karaffieren? Warum brauche ich verschiedene Gläser? Lerne auf WeinLand Regeln und Begriffe kennen, damit Du mit den Profis locker mithalten kannst.

Wein trinken wie die Profis!

Wein ist eine Wissenschaft für sich. Fans diskutieren leidenschaftlich über Belüftungstechniken, geraten in Verzückung über ausgeklügelte Lagerungsmöglichkeiten und in Streit über die Gläserform. Damit Du Dich in Zukunft an der Diskussion beteiligen kannst, haben wir ein Grundstock an Wissen zusammengefasst!

Glas

Aufgabe des Glases ist es, die Aromen im Wein zur Entwicklung zu bringen. Die Theorien zum Glas sind so vielfältig wie die Philosophien zum Wein. Generell sollte Weißwein in einem schlankeren nach oben enger werdenden Glas serviert werden, Rotwein dagegen entfaltet seinen Geschmack in Verbindung mit Sauerstoff in einem großbauchigen Glas.

Probiere Deinen Wein aus unterschiedlichen Gläsern und schmecke den Unterschied. Wir stellen Dir hier mal fünf gängige Typen vor.

  1. Das großvolumige, bauchige Bordeaux-Glas wählt man für kräftige, tanninbetonte Rotweine. Sein Kelch wird sich nach oben hin schmaler, so bleiben die Aromen im Glas. Sein volumniöser Raum sorgt dafür, dass sich der Wein entfalten kann. Dem zuträglich ist auch der breite Oberflächenspiegel und das Volumen des Kamins (Raum zwischen der Oberfläche des eingeschenkten Weines und dem oberen Glasrand). Wein sollte entsprechend maximal bis zum breitesten Punkt eingeschenkt werden. Außer Bordeaux schmecken aus diesem Glas auch Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder Nebbiolo.

  2. Für aromatische, fruchtbetonte, facettenreiche Rotweine empfiehlt sich ein Burgunder-Glas. Es ist bauchiger als das Bordeaux-Glas, der Kelch ist dagegen niedriger. In dieses Glas gehören Barbera, Blaufränkisch oder Gamay. Selbst kräftige Weiße wie Chardonnay aus dem Barrique oder in Holz gelagerte Rieslinge schmecken vorzüglich.

  3. Kräftige Weißweine wie Grauburgunder, Chardonnay, Chablis oder Gutedel fühlen sich in einem Chardonnay-Glas wohl. Auch hier sorgen das Zusammenspiel aus Volumen und Kamin für eine optimale Aromen-Entfaltung. Holz wird etwas abgemildert, ebenso Kühle gemäßigt. Der Kelch ist nach oben hin geöffnet. Das Glas unterstreicht ein harmonisches Geschmacksbild.

  4. Im Riesling-Glas werden leichte, aromenreiche Weißweine serviert. Sein relativ kleines Volumen sorgt dafür, dass sich der Wein nicht so schnell erwärmen kann. Das Glas wird zur Öffnung hin schmäler, dadurch verflüchtigt das feine Aroma nicht so schnell. Zur Mitte hin schließt das Glas, was für ein lang anhaltendes Geschmacksbild sorgt, indem es Säure, Mineralität und Duft miteinander verwebt. Grüner Veltliner und Gewürztraminer schmecken sehr gut aus einem solchen Glas.

  5. Für den Genuss von Champagner- und Sekt eignet sich die Flûte. Das schlanke höhere Glas sorgt dafür, dass der Weg der Kohlendioxid-Bläschen zur Oberfläche länger ist. Das Prickeln und die Aromen verflüchtigen sich langsamer.

Merke: Egal welchen Wein Du aus welchem Glas trinkst, achte darauf, dass Dein vier Kriterien erfüllt: Glasklar, hauchdünn, langstielig und sauber sollte es sein.

glasklar - damit sich Klarheit und Brillanz eines Weines spiegeln

hauchdünn - das erhöht den Trinkgenuss und auch die Temperatur des Weines wird von einem dünnen Glas weniger beeinflusst

langstielig - damit das Glas am Stiel gehalten werden kann und die Hand nicht den Wein erwärmt und unschöne Fingerabdrücke hinterlässt

sauber - Spülmittel und Reste anderer Getränke stören den Geschmack. Das Glas sollte zumindest bei der Flûte gut abgetrocknet sein, damit der Sekt schön perlt und nicht schal schmeckt.

Lagerung

Weine, die man heute kauft, werden meist jung getrunken, müssen daher nicht lange gelagert werden. Die Lagerfähigkeit ist stark abhängig von Rebsorte und Ausbau. Ein Weinklimaschrank lässt die Lagerung verschiedener Weine zu, da er u.a. unterschiedliche Klimazonen aufweist. Wer diesen nicht sein Eigen nennen kann, kann seinen Wein in einem kühlen, feuchten Keller lagern. Optimalerweise ist der geruchsneutral, dunkel, erschütterungsfrei und die Durchschnittstemperatur bewegt sich zwischen 10 und 12 °C. Wer auch hier passen muss, kein Grund zur Verzweiflung: Unter dem Bett ist der Wein ebenfalls gut aufgehoben. Das Schlafzimmer ist in der Regel der kühlste Ort, unter dem Bett ist es dunkel und es lagern sich keine Fremdgerüche an.

Verschluss

Für viele Weinfreunde ist der Korken noch immer ein wesentlicher Inbegriff der Weinkultur. Als Weinverschluss ermöglicht der Kork eine natürliche Sauerstoffzufuhr, die sich - insbesondere bei hochwertigen Weinen - positiv auf die Reife des Weines auswirkt. Einflüsse auf die Umwelt braucht man nicht zu fürchten. Korkeichen werden heute nachhaltig bewirtschaftet und sichern Arbeitsplätze. Gebrauchte Korken können gesammelt und wieder verwertet werden.

Als traditioneller Verschluss bekommt er inzwischen eine immer größer werdende Konkurrenz. Seit 2003 gibt es den Glasverschluss „vino loc“ als Alternative. Er verschließt die Flasche absolut dicht. Damit verändert sich der Wein nicht weiter. Preislich ist der Glasverschluss ungefähr mit einem guten Kork zu vergleichen. Das Handling ist eher aufwendig. Daher wird der Glasverschluss im mittleren bis gehobenen Preissegment eingesetzt.

Schraubverschlüsse eignen sich besonders für trinkfertige Weine und Literflaschen und wurden lange Zeit vorwiegend in der Gastronomie eingesetzt, der einfachen Handhabung wegen. Mittlerweile hat der Schraubverschluss dank optischer Verbesserung auch im Privathaushalt Einzug gehalten.

Temperatur

Grundsätzlich gilt: Weißwein im Kühlschrank auf 7 bis 8 Grad Celsius kühlen, Rotwein am besten bei etwa 16 Grad Celsius anbieten. Um die unterschiedlichen Weine zur vollen Entfaltung zu bringen, kann man sich an folgende Empfehlungen halten:

  • Sekt und Perlwein 8 – 10 ° C

  • Junge, leichte Weißweine z.B. Kabinett 9 - 11° C

  • Reife, kräftige Weißweine, z.B. Spätlese 11 - 13° C

  • Roséweine, Weißherbst 9 - 13° C

  • Jugendliche, leichte Rotweine 14 - 16° C

  • Reife, gehaltvolle Rotweine, z.B. Spätlese 16 - 18° C

  • Gehaltvolle und sehr gerbstoffbetonte Rotweine, z.B. Barrique 18 - 20° C

Tipp: Kühlmanschette verwenden!

Dekantieren und Karaffieren

Man unterscheidet Satz- und Umfüll-Dekantieren. Alte Rotweine werden vorsichtig satzdekantiert, um den Weinsatz in der Flasche zurückzuhalten. Jüngere Rotweine erhalten durch schwungvolles Umschütten in eine Dekantierkaraffe Zufuhr von Sauerstoff und verlieren dadurch die herben Aromen und werden weicher und runder. Durch die Vergrößerung der Oberfläche können sich die feinen Duft- und Geschmacksstoffe besser entfalten. Der Prozess nennt sich Karaffieren (belüften). Inzwischen verwendet man eigentlich nur noch den Begriff "dekantieren" und zwar für beide Anwendungen. Außerdem ist es abhängig vom eigenen Geschmack, ob man Rotwein oder auch Weiwein dekantiert oder ob man über Tage die Entwicklung des Weines beobachten möchte.

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